Die ersten acht Wochen in den neuen Räumlichkeiten sind schon verlebt. In dieser letzten Woche haben mich viele gefragt, wie es mir in den neuen Räumen geht und ob ich gut angekommen sei. Also begann ich mich wahrhaftig zu fragen, wie es mir geht und bin ich gut angekommen? Was bedeutet das eigentlich für mich?

Rückblickend war der neue Start schon aufregender als ich wollte, dass er sein würde. Quasi eine intensive Zeit, wie wir heute neumodern oft sagen. Der Einstieg in eine bestehende Yogapraxis sei mutig haben viele gesagt. Und gleichzeitig selbstständig werden. Und dann auch noch beide. Parallel entschied auch mein Mann, dass er selbstständig sein will. „Und euer Haus sanieren!“ Puh, ganz schön viel auf Mal.
Und doch fühlte es sich für mich nicht außergewöhnlich mutig an, vielmehr genau richtig. Wege kreuzen sich, führen nebeneinander her, gehen auseinander. Ich denke, die Entscheidung kam für alle zum passenden Zeitpunkt. Eine Win-Win-Situation. Eine Entscheidung für die Träume und den Mut!
Gleichzeitig sah ich mich konfrontiert mit einigen inneren Begleitern, die mit dieser Entscheidung der Übernahme und des Startes, einher gingen. Die Perfektion, die Angst des Nicht-Gut-Genug-Seins und die Am-Liebsten-Möchte-Ich-Weglaufen-Momente, in denen ich lieber einen Rückzieher gemacht hätte, waren auch dabei. Habe mir 1000 Gedanken gemacht, ob ich alles richtig mache, ob meine Stunden auch fundiert genug sind, sportlich genug, spirituell genug, emotional genug, entspannend genug,…All das habe ich wahrgenommen, beobachtet, besprochen, reflektiert. Das hilft mir immer sehr.
Aber mal ehrlich: Wer kennt sie nicht, die inneren Antreiber Perfektion und Angst? Das Streben nach Perfektion haben wir wohl alle beigebracht bekommen. Das sitzt tief und ist nicht mal eben so abgelegt. Und was Gutes hat sie auch, sie bringt mich ins Handeln, nur so kann ich erfahren, ausprobieren und lernen. Gelernt habe ich, dass das einzige Beständige im Leben der Wandel ist. Ein so wunderbarer und wahrer Satz. Veränderung, egal ob positiv oder negativ konnotiert, zu leben und anzunehmen ist die Herausforderung. Dabei hilft mir Yoga. Wenn das Gedanken-und Emotionskarussell mit Karacho losfährt, hilft am besten in Bewegung kommen, auf die Matte und yogieren. Anschließend hinsetzen und atmen, wahrnehmen, beobachten, was da so abgeht in mir. Vertrauen finden, Ruhe einladen. Lächeln.

Also: JA, heute geht es mir gut, wie es mir morgen geht, keine Ahnung. Denn jeder Tag ist anders und es ist auch egal, denn vielmehr geht es darum, alles da sein zu lassen. Das Gutgehen und das Schlechtgehen.
Und JA, ich bin gut angekommen. Spüre den Wandel, bin aufgeregt vor den Yogastunden und freue mich über Feedback und Anregungen, um mich weiter zu entwickeln.